Territori DO Montsant 2016

Territori DO Montsant 2016

80% Garnacha, 20% Samsó (Carignan)

14.5 %
16-18 °C
locker 10 Jahre lagerfähig

Begleitend zu: Jamón Ibérico, Wildgerichte, gebratene Entenbrust, Manchego, Lammkotelett mit viel Rosmarin

Vinifikation: 14 Monate in 2000 Liter Eichenfässern aus Stockinger Eiche (Österreichische Eiche)
75 cl
lm Weinlager vorrätig, sofort lieferbar
SFr. 29.50

So schmeckt das moderne Spanien

Im 40-jährigen Rebberg La Serra d'Almos wachsen auf besonders lehm- und kalkhaltigen Böden die Trauben für den Territori. Dies sind zum einen Garnacha-Reben (verantwortlich für die schöne Mischung aus roten und schwarzen Früchten in diesem Wein, allen voran Sauerkirsche) und zum anderen Trauben der Sorten Carignan (in Katalanien eher unter dem Namen Samsó bekannt). Letztere steuern die Tannine und Säure bei und sorgen dafür, dass diese Weine auch bei längerer Lagerung nicht an Qualität einbüssen. Im Gegenteil, wer Geduld hat, wird nach 5-10 Jahren mit einem wunderbaren, tiefgründigen Wein belohnt.

Aber auch heute schon macht der eher noch junge Jahrgang 2016 wahnsinnig Spass. Ich rieche ins Glas und finde Pflaume, Blumenduft, Schwarze Johannisbeere, eine getrocknete und aufgeschnittene Feige. Das macht Lust aufs Trinken. Im Mund Pflaumenmus und getrocknete Nelke. Erdige Noten. Waldboden. Unterholz. Südliche Kräuter. Straffe Tannine ummanteln reife Fruchtnoten. Die Säure ist rassig, hält sich aber im Hintergrund. Weinmacher Josep Grau gönnte dem Territori 14 Monate Reifezeit in 2000-Liter-Fässern aus Österreichischer Stockinger Eiche. Das merkt man besonders im Finale. Da schmeckt er ganz intensiv nach Schokolade mit hohem Kakao-Anteil. Herrlich! 

Bodega Josep Grau

Die Geschichte ist mittlerweile in der Weinwelt schon oft gehört. Dem ehemaligen Broker Josep Grau war das Leben in Barcelona zu schnell und hektisch geworden. Deswegen zieht er aufs Land und rekultiviert die landwirtschaftliche Tradition der Familie. Es ist allerdings nicht so, dass sich Josep Grau jetzt ein Weingut leistet, wie es in den besseren Kreisen jetzt en vogue ist und andere für sich arbeiten lässt. Josep Grau arbeitet selbst in den Weinbergen und steht im Keller, um "seinen" Wein zu machen. Übernommen aus seinem alten Leben in der Finanzwelt hat er allerdings die Professionalität, die Weitsicht, die Präzision mit der er seine Ideen umsetzt.

Die Obsession von Josep Grau, Weinbauer und Önologe, ist die Auswahl des Weinbergs und sein Ziel, die besten Weine, authentisch und aufregend zu machen. Er bewirtschaftet ein Puzzle von kleinen Weinbergsparzellen in den Gemeinden MarçàCapçanes und Falset, jede davon mit ihrem besonderen mineralischen Reichtum, mit lehmigen, kalkhaltigen, granitischen und schieferhaltigen Terroirs.

Seine erste Überzeugung ist, dass guter Wein im Weinberg entsteht. Völliger Verzicht auf Herbizide und Pestizide und eine Fokussierung auf alte Rebstöcke. Diese sollen ein perfektes Traubenmaterial liefern, das dann im Keller möglichst wenig überformt wird. Es wird alles per Hand gemacht, vom Rebschnitt bis zur Ernte. Was man im Keller von Josep Grau ist für spanische Verhältnisse modern und traditionell zugleich. Mit einem großen Unterschied. Nach der Gärung werden die Weine in großen Holzfässern der österreichischen Marke Stockinger ausgebaut. Im Moment hat er noch einige französische 500 Liter Tonneaus im Keller, möchte aber in Zukunft nur mit den 2000 Litern großen Fässern des berühmtesten österreichischen Küfers arbeiten. Erneut eine große Investition, doch damit kommt er seiner Vision, wie "sein" Wein schmecken soll, wieder einen entscheidenden Schritt näher.