Weinbau im Kanton Luzern

Der Weinbau im Kanton Luzern hat schon seit vielen Generationen Tradition und gehört zu den am stärksten wachsenden Agrarbereichen des Kantons. Innerhalb von bloss 20 Jahren wuchs die Weinbaufläche um 30 ha auf heute über 50 ha an.

Und die Rebflächen wachsen auch heute noch weiter. Diesen kometenhaften Aufstieg verdankt die Region in erster Linie den idealen Voraussetzungen für das Werden hochwertiger Weine. Das warme - teils vom Südwind geprägte - und im Winter kalte Klima trifft hier auf das gemässigte und oft feuchte Klima vom Atlantik. Die kühlen Winde aus dem Nordwesten sorgen für die frische Aromatik in den Weinen, das ausgeglichene Seeklima und die leichten, durchlässigen Moränenböden wiederum lassen die Trauben bis in den Spätherbst hinein voll ausreifen - eine Voraussetzung für komplexe Weine mit viel Frische, Finesse und Eleganz. Der hohe Kalkanteil in den Moränenböden verleiht den Weinen zudem eine kräftige Struktur mit ausgewogener Harmonie.

Heute bauen rund 50 Erwerbswinzer über 50 verschiedenen Rebsorten an und produzieren gegen 300 verschiedene Weine im Kanton. Der Luzerner Weinbau teilt sich dabei in vier Regionen auf: das Wiggertal, den Sempachersee, das Seetal und die Region Vierwaldstättersee.
Die längste Tradition hat der Weinbau im Seetal, wo die Reben zwischen schützenden Hügeln und Seen auf sehr kalkhaltigem Moränenboden gedeihen. Noch sehr jung ist der Weinbau im Bereich Sempachersee, wo die Trauben von vielen Sonnenstunden profitieren. Zusammen mit dem Föhn sorgt dieses für einen frühen Austrieb der Reben und eine optimale Traubenreife. Eine der bekanntesten Seen der Schweiz, der Vierwaldstättersee gibt einem kleinen Anbaubereich innerhalb der Region seinen Namen. Von hier stammen sehr elegante, finessenreiche Weine. Im Wiggertal schließlich, das zu den wärmsten und trockensten Gebieten des Kantons zählt, befinden sich die Weinberge vor allem an Südhängen und bilden die Grundlage für ausdrucksstarke, charaktervolle Weine.
Im Jahr 2005 wurde die kontrollierte Ursprungsbezeichnung (AOC) für Luzerner Weine eingeführt. Dies ist ein Meilenstein in der Geschichte des Luzerner Weinbaus. Die Luzerner Produkte können betreffend Deklarationen nun mit den AOC-Weinen aus Frankreich oder den DOC-Weinen aus Italien verglichen werden und sorgen unter den Produzenten für einheitliche Rahmenbedingungen. Und für den Weinliebhaber selbst, ist es natürlich ein Qualitätsmerkmal, denn AOC-Weine sind Weine erster Güteklasse.

Das Verhältnis von Rotwein und Weißwein ist im Weinbaugebiet des Kantons Luzern übrigens in etwa ausgeglichen. Es werden jeweils zu etwa 50% rote und weiße Rebsorten kultiviert.
Bei den weißen Rebsorten ist Riesling-Silvaner die führende Sorte. Es handelt sich dabei um die auch als Müller-Thurgau bekannte Rebe, die hier mit sehr viel Sorgfalt behandelt wird und zum Teil wirklich gute Resultate erbringt, die rein gar nichts mit dem massenweise produzierten Billigwein, der zeitweise den Markt überschwemmte, zu tun hat. Bei den roten Sorten dominiert ganz eindeutig Blauburgunder. Mit weitem Abstand folgen verschiedene andere Sorten wie Garanoir, Gamaret und Zweigelt. Aber auch unbekanntere Sorten wie Malbec, Blaufränkisch, Grüner Veltliner oder Merlot gedeihen hier wunderbar. Einer, der die Vielfalt dieses spannenden Weinbaugebietes auf eindrucksvolle Weise in die Flasche zaubert, ist Mathias Brunner. Seit 2007 pachtet er den Rebberg hinter der Kommende in Hitzkirch/LU und zwei weitere Weingüter im Kanton und kreiert besonders ausdrucksstarke und charaktervolle Lagenweine mit Terroir-Note.


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